Page Text: Bekannte Probleme
HTML
Mail wird als html-Mail (und nicht plain text) verschickt? Dadurch können sich andere Zeichen, meist sind es Leerzeichen, irgendwie vor das x des Schlüsselworts schmuggeln. Oder es wird vor die Zeile mit dem Befehl eine Leerzeile eingefügt. In beiden Fällen bricht Schleuder die Verarbeitung der Mail ab und verschickt entweder eine Fehlermeldung oder leitet die Mail schlicht weiter, mit den Befehlen im Textteil, ohne jedoch etwas zu tun. Es gibt noch einen weiteren, von Schleuder unabhängigen Grund, warum html in Mails nicht verwendet werden sollte, der sog. e-fail. Siehe dazu unseren vorherigen Newseintrag.
Zeilenumbruch
"Ich habe eine neue Listmember eingetragen, aber der Fingerprint wird nicht zugewiesen."
Für Schleuder muss der Fingerprint in einer Zeile mit der Adresse sein, da darf es keinen Zeilenumbruch geben. In Mail-Clients ist sehr oft ein Zeilenumbruch (bei 72 Zeichen) voreingestellt (was durchaus sinnvoll ist, nur in diesem Fall nicht), so dass der recht lange fingerprint in Kombination mit den Mailbefehlen zu lang ist umd umgebrochen wird. In thunderbird lässt sich das ändern: -> Einstellungen -> Reiter: Allgemein -> Konfiguration bearbeiten (es gibt eine Warnung, darauf müsst ihr euch einlassen) -> In der Suchzeile nach "mailnews.wraplength" suchen -> Doppelklick auf das Ergebnis -> neuen Wert für den automatischen Zeilenumbruch eingeben, z.B. 100. Und ja, das ist umständlich, leider gibt es keinen besseren Weg (oder wir kennen wir nicht).
Ausgesperrt
Wenn ihr euch selbst als Admin versehentlich den falschen Fingerorint zugewiesen habt oder euer oeffentlicher Schluessel abgelaufen ist, dann habt ihr euch ausgesperrt. Dann muesst ihr euch bei uns melden und wir muessen das reparieren, denn in dem Fall habt ihr keine gueltigen Adminrechte mehr.
Schleuderwebinterface zur Administration
wir diskutieren schon länger darüber, inwieweit wir das Webinterface für mehr Leute öffnen sollten. Unser aktueller Diskussionsstand dazu ist - den wir auch erst mal so beibehalten werden - dass wir weiterhin keine Web-Zugänge einrichten werden. In einigen wenigen Einzelfällen haben wir das in der Vergangenheit zwar gemacht, nicht immer sind wir damit auch glücklich.
Unser Problem mit dem Webinterface ist, dass es zwar soweit läuft und, so hoffen wir, auch keine nennenswerten Bugs oder Sicherheitslücken hat, aber die Entwicklung gerade stockt und auch noch nicht richtig fertig programmiert ist. Auch macht uns die Art der Account-Verwaltung Sorgen, die im worst case einer Angreifer_in vollen Zugang auf alle Schleuder-Listen geben kann.
Wir verstehen, dass die mail-Administration von Schleuder schon zu 2er-zeiten nervig war und jetzt mit schleuder3 eher komplizierter geworden ist. Daher hoffen wir, dass das Schleuder-Team mit der 4er-Version (an der bereits gearbeitet wird) auch ein neues, fertig programmiertes Webinterface dabei hat.
Listenkonfiguration
Befehle koennen von User_innen mit unterschiedlichen Rechten ausgefuehrt werden, wer was darf steht in der Listenkonfiguration. Die Standardeinstellungen sind, dass nur Admin subscribe, unsubscribe und delete-key ausfuehren duerfen und alle anderen Befehle alle User_innen. Wenn ihr diese Einstellungen geaendert haben wollt, dann schreibt uns Bescheid. Darueberhinaus sind unsere Standarteinstellungen beim Anlegen einer neuen Liste so sicher wie moeglich, das heisst, es duerfen nur verschluesselte, signierte Mail von eingetragenen Listenmitgliedern verschickt und angenommen werden. Auch hier gilt: wenn ihr das geaendert haben wollt, sagt einfach Bescheid.
Posted Fri Feb 15 13:05:00 2019
efail2
Im Dezember 2018 gab es auf dem 35C3 eine neue Veroeffentlichung zum Thema efail, die uns dazu veranlasst hat, unsere Einschaetzung und die sich daraus ergebenden Empfehlungen bezüglich der Benutzung von Email und GPG zu überarbeiten.
Wir möchten weiterhin darauf hinweisen, dass wir es für unabdingbar halten, Mails zu verschlüsseln und GPG/PGP ist das beste, was es zur Zeit gibt. Die Sicherheitslücken, die gefunden worden, haben nichts mit GPG/PGP zu tun, sondern mit der Art, wie Mailclients GPG/PGP einbinden und anwenden.
Die Frage, ob man Email ansich benutzen sollte, koennen wir pauschal nicht beantworten, dass muss jede_r fuer sich selbst entscheiden. Wir halten das Protokoll weiterhin fuer sinnvoll und werden unsere Services, die darauf basieren, auch weiterhin anbieten.
Es ergeben sich aus den neuen Erkenntnissen notwendige und teilsweise auch etwas unhandliche Workarounds, die wir hier vorstellen möchten. Was davon die einzelne User_in umsetzt, hängt natuerlich auch von der persönlichen Einschaetzung über die Notwendigkeit aufgrund von Repressionsgefahr und Ähnlichem ab.
Einstellungen im Emailclient, die absolut sinnvoll sind:
Deaktivieren von html und Einschalten von plain text sowohl bei der Anzeige von Mails als auch beim Verfassen.
Externes Nachladen von Inhalten deaktivieren und keine Inhalte händisch nachladen.
Weitere Empfehlungen:
In Antworten auf Mails nicht deren Inhalte zitieren, bzw. genau darauf achten, was zitiert wird, damit euch nichts untergeschoben werden kann.
Nicht auf Links in der Mail klicken, sondern den Link bei Bedarf rauskopieren und im Browser öffnen.
Am besten ist es, Mails nicht im Mailclient zu ent- und verschlüsseln, sondern den Text ausserhalb des Clients in einem Texteditor zu ver- bzw. entschlüsseln. Um dies nicht aus Versehen zu tun, kann man die GPG-Unterstützung (wie z.B. Enigmail) deaktivieren, dann zeigt der Mailclient nur noch verschlüsselte Mails an, ohne sie selbst entschlüsseln zu können.
Wem diese Workarounds zwar wichtig, aber zu unpraktisch sind, der/dem können wir zum Beispiel mutt als Mailclient empfehlen.
Es ist zwar möglich die üblichen Mailclients (Thunderbird, Apple Mail, etc) so zu konfigurieren, dass efail nicht von sich aus zuschlägt, sondern Userinteraktion bedarf (z.B. einen Link in der Mail klicken). Das setzt aber voraus, dass alle User_innen ihrer Clients richtig konfigurieren und bei der Bedienung keine Fehler machen - ein unrealistisches Szenario.
Damit efail tatsächlich Schaden anrichten kann, muss der Mailclient eine Verbindung zu einem Server der Angreifer_in aufbauen können, um dorthin die entschlüsselten Daten zu übertragen (das gilt nicht für das "Zitieren"-Problem). Dafür gibt es Lösungen, die aber leider aufwendig sind:
Anlegen einer virtuellen Maschine mit stark eingeschränkten Zugriffsmöglichkeiten auf das internet. Darin dann den Mailclient betreiben.
opensnitch verwenden. Die Software ist leider noch in einem frühen Stadium, die Installation ist nicht trivial. opensnitch erlaubt es gezielt einzelnen Programmen Zugriffe auf das internet zu erlauben oder zu verbieten.
Wir möchten euch mit diesen Empfehlungen nicht in Panik versetzen. Es macht aber durchaus Sinn, sich mit den genannten Punkten auseinander zu setzen und zu überlegen, was realistische Szenarien fuer eine_n selbst bzw. die Gruppe sind und was die logischen Konsequenzen im eigenen Verhalten sein sollten und können.
Solidarische Grüße nadir